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29.10.2020

Pressemitteilung: Der elternbund hessen fordert: Kürzung der Lehrpläne und Förderpläne statt Notenzeugnisse


Der elternbund hessen begrüßt die Absichten der Kultusministerkonferenz, den Betrieb in Schulen und Kitas möglichst aufrecht zu erhalten. Dennoch können Eltern nicht davon ausgehen, dass zu Zeiten von steigenden Corona-Zahlen regulärer Unterricht stattfindet. Zum Umgang damit werden erneut Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler vom Hessischen Kultusministerium allein gelassen.

Viele Kinder haben durch die Schulschließungen in den Monaten April bis Juni erhebliche Wissenslücken, die erst einmal nachgearbeitet werden müssten. Die Durchführung der Hygienemaßnahmen stört den Tagesablauf: Gründliches Händewaschen mit 25 Grundschulkindern an einem oder zwei Waschbecken im Klassenraum dauert 20 Minuten, immer wieder 5-10 Minuten Lüften kostet Zeit und geht unseren Kindern an Unterricht verloren. Von „normalem Unterricht" kann allein deshalb schon keine Rede sein. Hinzu kommen infizierte Kinder und „Kontaktkinder" für die der Unterricht erst einmal ganz ausfällt.

Aus diesem Grund unterstützt der elternbund hessen die Forderung der GEW Nordrhein-Westfalen die Lehrpläne zu kürzen. Schon unter normalen Bedingungen ist es schwer genug, den Anforderungen gerecht zu werden und - so die GEW: „Das hier ist kein normales Schuljahr".

Klaus Wilmes-Groebel, Vorsitzender des elternbund hessen e. V. führt diesen Gedanken weiter: „Weil es kein normales Schuljahr ist, darf es auch keine „normale" Halbjahreszeugnisse geben", und fordert deshalb „individuelle Lernentwicklungsberichte und Förderpläne statt Notenzeugnisse. Mit einem Weiterso wird den Kindern erhebliches Unrecht zugefügt."

In den Zeiten des Lockdown konnte ein Drittel der Schülerinnen und Schüler nicht erreicht werden, andere hatten zu Hause kaum Unterstützung, so dass zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus dieser Zeit noch erheblich Wissenslücken haben. Insbesondere die Erstklässler laufen Gefahr ihr Basiswissen nur unzureichend zu erhalten. Das erschwert eine motivierte Weiterarbeit.

„Vordringlichste Aufgabe von Schule ist jetzt, den Wissensstand festzustellen und fehlendes Wissen aufzuarbeiten. Aus diesem Grund ist es auch wenig hilfreich zum Schulhalbjahr Notenzeugnisse zu verteilen, vielmehr muss für jedes Kind ein Lernentwicklungsbericht geschrieben werden, der die Stärken und Schwächen feststellt. Anschließend muss für jedes Kind einen individuellen Förderplan entwickelt werden, damit die Defizite behoben werden. Kinder dürfen für die Coronapandemie nicht bestraft werden, sondern müssen bestärkt werden. Kinder sind kleine Menschen, die jetzt noch mehr Geduld für ihren Erfolg benötigen", so Klaus Wilmes-Groebel.

Der elternbund hessen fordert den hessischen Kultusminister auf, im Sinne der Schüler*innen und Schüler die Lehrpläne zu kürzen und zum Schulhalbjahr auf Notenzeugnisse zu verzichten. Corona fordert uns alle, aber insbesondere unsere Kinder brauchen Förderung und Ermutigung, so der elternbund hessen.

Kontakt:
elternbund hessen e. V.
Klaus Wilmes-Groebel
Vorsitzender
Tel.: 0175 / 72 14 707
E-Mail: klaus.wilmes.ebh@posteo.de


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