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12.11.2020

Pressemitteilung: Wechselmodell, eine Mogelpackung für die Bildung unserer Kinder?


Mehr und mehr Schulen gehen zum "Wechselmodell" über, ein Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht. Der elternbund hessen hält das für eine Mogelpackung zur Aufrechterhaltung der Schulpflicht.

Distanzunterricht ist kein Unterricht, denn Unterricht setzt eine Interaktion zwischen den Beteiligten voraus, die mit Unterrichtsfilmchen oder selbstständig zu bearbeitenden Aufgaben nicht gegeben ist. Distanzunterricht ist nichts anders als Homeschooling, und wird mit den gleichen Schwierigkeiten verbunden sein: die Kinder sind mit den Aufgaben allein gelassen, die Eltern sind (mit wenigen Ausnahmen) mit der Aufgabe als Hilfslehrer*in überfordert, die technischen Voraussetzungen fehlen und die Kinder aus bildungsfernen Familien bleiben zum zweiten Mal auf der Strecke. Dabei haben viele Kinder die Wissenslücken aus den Monaten Mai bis Juli noch nicht aufholen können. Die hoch gepriesene Ferienakademien und Sommercamps wurden gerade mal von 3 Prozent der Schülerinnen und Schüler wahrgenommen.

Wenn "Wechselmodell", dann muss der Distanzunterricht begleitet werden: der elternbund hessen hat dazu bereits Vorschläge gemacht. Die eine Hälfte der Klasse hat vormittags Unterricht, die andere Hälfte kann in einem separaten Raum das Gelernte üben und vertiefen unter der Aufsicht von pädagogischen Fachkräften oder z. B. von Lehramtsstudent*innen, Schüler*innen aus höheren Klassen, usw. Nachmittags oder am nächsten Tag wird gewechselt. Dass 10-jährige Schülerinnen und Schüler jede zweite Woche eine Woche lang sich selbst überlassen werden, ist bei einem Anteil von 75% berufstätiger Eltern unverantwortlich. Ein solches Bildungsmodell kann nur von Abiturient*innen erwartet werden.

Der elternbund hessen fordert erneut zum Schulhalbjahr: "Individuelle Förderpläne statt Notenzeugnissen". Die (angebliche) Objektivität von Noten ist unter den Bedingungen von Homeschooling oder Distanzunterricht erst recht nicht gegeben.

"Wir wissen, dass die Corona-Pandemie hohe Anforderungen an Lehrkräfte und Schulleitungen stellt. Bedauerlicherweise erhalten die Schulen vom Kultusministerium und von den Staatlichen Schulämtern nicht die Unterstützung, die sie für unsere Kinder und deren gerechter Bildung brauchen. Das ist ein Skandal", so Klaus Wilmes-Groebel, Vorsitzender des elternbund hessen. "Täglich erhalten wir Anrufe von Eltern, die die Lücken ihrer Kinder sehen, aber nicht helfen können, weil sie arbeiten müssen, allein erziehend sind und/ oder kein Geld für Nachhilfe haben".

"Wir fordern, dass alles unternommen wird, um die Bildung unserer Kinder zu gewährleisten bzw. so zu gestalten, dass sie alle Kinder erreicht. Kein Kind darf zurückgelassen werden. Das erfordert Einsatz und es kostet Geld. Wie sollen unsere Kinder an einen gerechten Staat glauben, wenn es in der Krise Milliarden zur Unterstützung der Wirtschaft gibt und für sie nichts. Auch für die nächste Generation müssen ausreichend Mittel für Unterstützungspakete bereitgestellt werden. Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft!"

Kontakt:
elternbund hessen e.V.
Klaus Wilmes-Groebel
Vorsitzender
Tel.: 0175 / 72 14 707
E-Mail: klaus.wilmes.ebh@posteo.de


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Das "Deutsche Schulbarometer Spezial" hat in einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Lehrkräften zur Situation der Schulen in Zeiten von Corona vom 20. Dezember 2020 u.A. festgestellt, dass die digitale Ausstattung sich kaum verbessert hat.
14.01.2021
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12.01.2021
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