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Aktuelles

26.01.2021

Rückblick auf das Jahr 2020!


Die Corona-Pandemie traf uns alle, auch die hessische Schulverwaltung, Anfang des Jahres unvorbereitet. Seitdem ist nichts mehr wie es war.

Die Corona-Pandemie traf uns alle, auch die hessische Schulverwaltung, Anfang des Jahres unvorbereitet. Seitdem ist nichts mehr wie es war.

Nach fast einem Jahr Covid19 kann man aber festhalten, dass alle Schwächen unseres Schulsystems wie unter einer Lupe deutlicher hervorgetreten sind:
  • Es gibt eine große Prozentzahl von Schülern und Schülerinnen, die durch das System benachteiligt sind (dagegen kämpfen wir seit 40 Jahren), und das oft kläglich gescheiterte Homeschooling in der ersten Lockdownphase hat dieses Defizit klar hervortreten lassen. Alle, die in sozial schwachen Verhältnissen leben, konnten nicht partizipieren. Kleine Wohnungen und Portemonnaies, große Familien, Home-Office der Eltern(-teile) und Homeschooling für die Kids durch dafür nicht ausgebildete Lehrer*innen gingen nicht zusammen und führten zu einer Überforderung aller an Schule Beteiligten.
  • Ein besonderes Desaster war das Homeschooling für viele Kinder in den Grundschulen, für deren Entwicklung der Präsenzunterricht besonders wichtig ist.
  • Die Defizite in der Aus- und Weiterbildung unserer Lehrkräfte (besonders bezogen auf die Digitalisierung, die Nutzung von digitalen Medien, usw. dokumentierte sich in der oft schwachen Qualität des digitalen (oder hybriden) Unterrichts.
  • Der erbärmliche Zustand der technischen Digitalisierung in Hessen kam "glas(-faser)klar" zum Vorschein. Es fehlten iPads, Laptops, WLAN-Anschlüsse, Leitungen, Service auf alledem. ...und eben auch hier: das Bildungsbürgertum, generell die besser Situierten waren hier natürlich weniger betroffen.
  • Besonders betroffen: die Kinder mit Unterstützungsbedarf, deren Förderung fast völlig zum Erliegen kam
  • Eine große Anzahl von Ganztagsschulen hätte eine gute Basis für einen entzerrten Unterricht zu Corona-Zeiten bilden können.... Leider gibt es in Hessen nachwievor nur wenige solcher echten Ganztagsschulen.
Es gab also viele Erkenntnisse im letzten Jahr für die Schulpolitik, anders formuliert: Es gab viel zu lernen. Wir Eltern haben viel lehren und lernen müssen. Ob die Landesregierung und die Schulverwaltung daraus die richtigen Konsequenzen ziehen: Zweifel sind angebracht. Im Vergleich zu etlichen unserer Nachbarn ist unser Digitalstatus immer noch mangelhaft. Derzeit soll der „Hybridunterricht" der große Hit sein. Schauen wir über den europäischen Bildungszaun, und wir sehen Kinder, die wie gewohnt um 8.00 oder 8.30 Uhr zum digitalen Unterricht antreten, ihren Schulkameraden und ihrer Lernbegleitung zuwinken können.... Unsere Kinder hingegen laden sich allein zu Hause ihre Aufgaben runter - allerdings müssen die vorher aufgespielt worden sein. Deutschland: Platz 19 im europäischen Re(i)gen.

Und genau das ist meine Hauptkritik an die Landesregierung: Es wurde nicht in ausreichendem Maße gelernt. In den zweiten und dritten Lockdown stolpern wir ähnlich konzeptionslos rein wie in den ersten.

Der letzte Satz meiner Rede zum 40. Jubiläum des ebh vor einem guten Jahr war: "Aussortieren darf keine Option an Hessens Schulen mehr sein!" Mehr als ein Jahr später müssen wir festhalten: das Gegenteil ist der Fall. Getrieben von der Pandemie ist unsere Bildungspolitik auf einer Geisterfahrt, die orientierungslos auf mehr Selektion hinausläuft statt klug und innovativ in die Förderung und Weiterkommen unserer Kinder zu investieren.

Bei den Kernthemen werden wir kämpfen für:
  • Konzepte und die Umsetzung von Inklusionsmaßnahmen, die diesen Namen verdienen
  • eine zeitgemäße, moderne Lehrer Aus- und Weiterbildung
  • die Entwicklung pädagogischer Konzepte für digitale und ganzheitliche Unterrichtskomponenten
  • neue Lehr- und Förderpläne
  • für eine stärkere Beteiligung der Eltern in all diesem! Das Corona-Handeln der Landesregierung und der Schulverwaltung war vom Gegenteil geprägt.
Dagegen hat der ebh das ganze vergangene Jahr gekämpft, Verbündete gesucht und gefunden, sich an Aktionen aller Art beteiligt und in zahlreichen öffentlichen Erklärungen entsprechend Stellung bezogen.

Dieses werden wir im Jahre 2021 fortsetzen, zählen dabei auf Eure Unterstützung! Aktiviert euch, gewinnt neue Mitglieder und: bitte spendet auf unser Konto, wenn euch dieses möglich ist, unser Kampf hat auch eine materielle Seite!

Klaus Wilmes-Groebel und der gesamte Vorstand des ebh

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