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16.02.2021

Pressemitteilung: "Kein Kind zurücklassen!". 10 Vorschläge für den Schulanfang nach Corona


Wenn der Schulbetrieb wieder anläuft, muss dafür Sorge getragen werden, dass alle Kinder den Anschluss wiederfinden.

"Kinder und Jugendliche, die auf Grund von Corona kein oder kein ausreichendes Bildungsangebot erhalten haben, müssen in ihrer Schulgemeinde unter einen besonderen "Bildungsschutzschirm" genommen werden" fordert Klaus Wilmes-Groebel, Vorsitzender des elternbund hessen e.V. Dazu hat der elternbund hessen "10 Vorschläge zur schulischen Wiedereingliederung (Inklusion) und nachhaltigen Stabilisierung unserer Bildungsgemeinschaften" vorgelegt.

Einige Auszüge:
Jede Schule hat die Aufgabe sich um die Lerndefizite ihrer Kinder zu kümmern. Sie sorgt deshalb bei Wiederaufnahme des regelmäßigen Schulbetriebs für eine Lernstandserhebung jeden Kindes. Auf deren Grundlage wird ein individueller Förderplan erstellt. Die Schulen erhalten zusätzliches Personal, z. B. Abiturienten, Lehramtsstudierende, Lernpaten und werden von förderpädagogischen Lehrkräften aus den Beratungs- und Förderzentren direkt in ihrer Schulgemeinde unterstützt. Die Schulpsychologischen Dienste erarbeiten Konzepte zu weiteren Hilfen zur Stärkung der Schulgemeinschaften und zu den besonderen Hilfen, die die Kinder jetzt benötigen. Auf die Vergabe von Ziffern- und Punktnoten, Klassenwiederholungen, Querversetzungen und verstärkte sonderpädagogische Beobachtung und Begutachtung wird zunächst verzichtet.

Während der Pandemie sind bei vielen Kindern Lerndefizite entstanden. Die Diskussion um das Nachholen des Versäumten konzentriert sich aktuell fast ausschließlich auf die Lernrückstände, vor allem in den Hauptfächern. Schule ist aber nicht nur ein Ort für Wissensvermittlung: In der Schule lernen Kinder mit vielen verschiedenen Personen zurecht zu kommen, Regeln auszuhandeln und zu akzeptieren, Grundbedingungen der Demokratie zu erfahren, zu spielen und sich zu bewegen. Bei den Vorschlägen kostenlose Nachhilfe, Klassenwiederholungen, Querversetzung entsteht der Eindruck, Kinder können einfach so mit dem in der Pandemie verpassten Lernstoff „aufgefüllt" werden. Bei vielen Kindern müssen aber erst einmal psychische und gesundheitliche Schäden bearbeitet werden, damit sie wieder unbeschwert lernen können.

Selbstverständlich müssen die Schülerinnen und Schüler nachholen, was sie versäumt haben. Aller-dings fordert der der elternbund ein ganzheitliches kindorientiertes Vorgehen und sieht einige der bisher vorgeschlagenen Nachholmöglichkeiten skeptisch: Durch Wiederholen der Klasse und Quer-versetzung würden die Kinder den vertrauten Klassenverband verlieren, durch Nachmittags- und Samstagsunterricht und Nachhilfe würden sie zusätzlich belastet. Kinder brauchen ihre vertraute Umgebung und sie brauchen wieder Zeit zum Spielen, für Sport und Hobbys. Deshalb fordert der elternbund hessen auf der Grundlage der Kinderrechte und der UN-Behindertenrechtskonvention ein Konzept zur (Re-)Inklusion unserer Kinder. Dabei kann konzeptionell an die Erfahrungen des inklusiven Unterrichts angeknüpft werden, so dass Versäumtes nachgeholt werden kann, ohne die Kinder sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer noch weiter zu belasten.

Das ist jetzt die Aufgabe des Staates und nicht weiter die der Eltern.

Kontakt:
elternbund hessen e.V.
Birgid Oertel und Volker Igstadt
Tel. 06190 917046 oder 0173 2625582
E-Mail: bioert@t-online.de


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